Sinn(t) Flut

„Der bewegte Koffer – den bevægede Kuffert“
Deutsch-dänisches Künstlerprojekt

Symposium 9. – 16. Juni 2024
Ausstellung 16. Juni – 7. Juli 2024

Sankt-Nicolai-Kirche Eckernförde

Das deutsch-dänische Projekt „Der bewegte Koffer – den bevægede Kuffert“ arbeitet erfolgreich seit vielen Jahren grenzüberschreitend zwischen den Ländern, wie auch zwischen Angewandter und Bildender Kunst zusammen und stellt sich in den jährlichen Symposien jeweils neuen Themen an unterschiedlichen Orten in Dänemark und Deutschland.

Mehr über das Gesamtprojekt …

2024 findet das Symposium zum Thema Sinn(t) Flut in der St. Nicolai-Kirche in Eckernförde statt, ein eingeführter Kulturort mit regelmäßigen Ausstellungen und Konzerten im Zentrum der Stadt. 

Die Kirche beherbergt zahlreiche Kunstschätze, unter anderem ein Bild der Sintflut. Es ist kein zentrales Kunstwerk und hängt im Seitenschiff eher abseits und weit über Sichthöhe. Man könnte meinen, das Thema wird dadurch aus dem Blick genommen, die Sintflut ist vorbei. Dennoch hängt sie drohend über den Köpfen der Besucher. Eine Mahnung?

Das Thema Sinn(t) Flut ist hochaktuell. Im vergangenen Jahr gab es an der gesamten deutsch-dänischen Ostseeküste erneut ein großes Hochwasser, von dem auch Eckernförde stark betroffen war. Fluten und Überschwemmungen nehmen weltweit zu, der Klimawandel ist allgegenwärtig. Kunst kann in einer Zeit bedrohlicher Nachrichten eine thematische Auseinandersetzung jenseits der Worte, Mahnungen und Überreizung anbieten. Der Kirchenraum bietet hierzu einen Ort der Ruhe und Einkehr, aber auch des Diskurses, der geübten, kontroversen und respektvollen Diskussion, die dieser Tage so selten geworden ist. 

Die biblische Sintflut beinhaltet Tod und Vergänglichkeit, Trauer um den Verlust aber auch die Erneuerung, den Neuanfang, neues Leben – ein Transformationszustand. 

Die Sinn-Flut thematisiert den Überfluss, Überflutung der Märkte, Ressourcenverbrauch, das Diktat der Wirtschaft und hinterfragt das Mantra des Wachstums. Der Gemeindepastor Dirk Homrighausen arbeitet an der Schnittstelle der Theologie zu den aktuellen Themen und bietet als teilnehmender Gast im Symposium einen fundierten Diskurs an. Die Gruppe arbeitet erstmals in einer Kirche und ist sich der besonderen Bedeutung und Geschichte des historischen Raums bewusst. 

Die 14 Teilnehmenden arbeiten bereits seit einem Jahr zu dem Thema und bringen je ein Werk für die Auftaktausstellung in St Nicolai mit, die gleich zu Beginn des Symposiums aufgebaut wird. Eine besondere Arbeit wird das Gesamtkunstwerk der Gruppe zum Bild der Sintflut in der Kirche sein. Claudio Bannwart hat das Bild in 14 Abschnitte unterteilt und alle Teilnehmenden gebeten, ihren Bildausschnitt auf eine Linoleumplatte zu übertragen. Er schneidet die Platten und setzt das Bild in der gemeinsamen grafischen Übersetzung im Druck wieder für die Ausstellung zusammen.

Über die Arbeit im Symposium werden sich die Künstlerinnen den sehr vielschichtigen Aspekten des Themas stellen und freuen sich auf die Impulse des Theologen Dirk Homrighausen. Während des Symposiums ist die Kirche täglich zu den gewohnten Zeiten für Besucher*innen geöffnet, die Künstler*innen führen gerne in Ihre Arbeit ein. Die Ergebnisse aus dem Symposium werden in die dann bereits bestehende Ausstellung mit aufgenommen. Die so komplettierte Ausstellung wird am Sonntag 16. Juni mit einem Grußwort von Sybilla Nitsch, SSW und einer Einführung von Pastor Homrighausen um 15 Uhr feierlich eröffnet. Jana Nitsch, Musikerin und Künstlerin aus Lübeck, singt eigene Kompositionen. 

Während der Ausstellung vom 16. Juni bis 7. Juli ist die Kirche täglich geöffnet, am 20. Juni um 14:30 Uhr wird eine Künstlerführung angeboten. 

Teilnehmende Künstler*innen
Claudio Bannwart DK/Grafik
Katharina Böttcher D/Keramik
Susanne J. Koch D/Keramik
Eva Koj D/Keramik
Silke Lazarević D/Goldschmiedin
Parul Modha DK/freie Kunst
Tine Secher DK/Keramik
Mia Sloth-Møller DK/Malerei
Astrid Schessner D/Tischlerin
Klaus Titze DK/Korbflechter
Maria Tsoskugnoglu DK/Goldschmiedin
Fabian Vogler D/Bildhauer
Jared Bartz D/Bildhauer
Dirk Homrighausen, Pastor Nicolai-Kirche, Gast

„Die Welt hat in Wahrheit nicht noch mehr Beschleunigung nötig. Sie braucht zwischendurch ein Bett, um sich auszustrecken, damit ihre Seele sich erholen kann. Gibt es denn so etwas wie Kultur außerhalb des Gleichgewichts von Pflicht und Muße? Ist der kultivierte Mensch nicht einer, der über genügend Zeit verfügt?“ Sheik Hamidou Kane

Weitere Artikel

13. und 14. Juli 2024

6. bis 20. Juli 2024

9. Juni bis 7. Juli 2024